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Was macht raw&reel?
Wir porträtieren Menschen für Social Media – in Form von Fotos, Filmen und Interviews im beruflichen Umfeld. Dabei geht es nicht um die bekannten, glatten Bilder und Texte aus der Corporate Communication. Im Zentrum steht der einzelne Mensch mit seinem Leben, also seinen Erfahrungen, Schlüssen, Erfolgen, Misserfolgen, Wendepunkten und Ansichten. Kurz gesagt mit dem, was sie oder ihn interessant macht.
Warum? Wozu?
Ausgangspunkt war der Wunsch nach einem ehrlichen, lebensnahen Format. Wir arbeiten gerne mit Menschen zusammen, die wir als inspirierend empfinden. Die Idee zu raw&reel ist aus dem zu gleichförmigen Kommunikationsrauschen entstanden, das vorwiegend auf LinkedIn zum täglichen Ton gehört. Den können und wollen wir gar nicht verändern. Aber: Wir erweitern die Bühne ins Persönliche, ermöglichen eine neue Art und Weise des Kennenlernens und damit am Ende auch größere Reichweiten und neue Kontakte.
Interessant. Was muss ich tun, um mit raw&reel ins Gespräch zu kommen?
Das ist leicht: eine E-Mail schreiben. Über diesen Link hello@rawandreel.de geht’s ganz einfach.

Andreas Riedel
Fotografie | Videografie

Marc Dannenbaum
Interview | Text
Ich war ein unglücklicher Fußballer und bin 1980 über einen Freund zum Rugbyspielen gekommen. Als ich an einem Montag um 16.30 Uhr mit meiner Sporttasche zum Training gegangen bin, habe ich sofort gemerkt: Das ist meine Sportart. Rugby ist hart, aber sehr fair und basiert auf gegenseitigem Respekt. Das ist für uns eine der wichtigsten Tugenden.
Ich habe mit 80.000 Menschen in einem Stadion gesessen, beim Halbfinale in Tokio oder beim Finale in London. Da sitzt du neben einem Neuseeländer und einem Australier, während unten Neuseeland gegen Australien spielt. Neuseeland gewinnt, und der Australier steht auf und gratuliert dem Neuseeländer: „Ihr wart eben besser. Glückwunsch zum Sieg.“ Du kannst ohne Angst ins Stadion gehen und dein Kind mitnehmen. Genau das macht diesen Sport aus und das ist beim Fußball häufig deutlich anders.
Das gesamte Interview, als PDF hinterlegt, findet ihr hier.
Für mich lagen die Vorteile von Kokoswasser auf der Hand: Es ist kalorienarm, und es ist fast perfekt isotonisch, also ein super Sportgetränk. Nicht zuletzt gab es schon einen entsprechenden Trend in den USA. Trotzdem war ich dann etwas zu euphorisch und überoptimistisch und habe in Thailand 10.000 Kokosnüsse eingekauft. Die habe ich dann auf der Kieler Woche und auf dem Karneval der Kulturen hier in Berlin versucht zu verkaufen.
Aber diese Menge war für das erste Jahr selbstverständlich viel zu viel. Dazu kam das Wetter bei der Kieler Woche: Es hat die ersten vier Tage in Strömen geregnet, bis dann endlich die Sonne schien. Später wurde es besser, und wir haben dann viele Jahre auf dem Karneval der Kulturen mit viel Erfolg wirklich tausende Kokosnüsse verkauft. Parallel dazu haben wir Medien angeschrieben, und dann hat die Brigitte über mich auf zwei Heftseiten berichtet. Und dann lief das ziemlich gut, und wir sind mit unseren Produkten in den Bio-Großhandel gekommen und von dort weiter in die Supermärkte.
Das gesamte Interview, als PDF hinterlegt, findet ihr hier.
Ich sehe mich ganz klar als Teamplayer und verstehe Führung kooperativ. Mir ist es wichtig, Mitarbeitende mitzunehmen, ihnen Verantwortung zu geben und sie zu motivieren, selbstständig zu arbeiten. Natürlich muss jemand den Weg vorgeben, Entscheidungen treffen und auch einmal klar sagen, wenn etwas nicht funktioniert.
Aber grundsätzlich ging es mir immer darum, Teams so aufzustellen, dass jeder Einzelne Verantwortung übernimmt und spürt: Wir bauen hier gemeinsam etwas auf, und jeder Beitrag ist wichtig.
Und ganz wichtig: Menschen werden besser, wenn man Wissen teilt, Zusammenhänge erklärt, sie ausprobieren lässt und anschließend gemeinsam reflektiert. Ich halte nichts von Herrschaftswissen. Wissen muss weitergegeben werden.
Das gesamte Interview, als PDF hinterlegt, findet ihr hier.
Meine eigentliche Motivation waren und sind meine Kinder und mittlerweile auch meine Enkelkinder. Dazu kommt das Thema Gerechtigkeit. Umweltverschmutzung und Klimawandel gehen im Wesentlichen zulasten der anderen Welt. Das war meine Motivation, da etwas zu machen und das auch nach draußen zu stellen.
Damit hat sich auch schnell ein Alleinstellungsmerkmal gebildet: weg von der üblichen Darstellung einer Druckerei nach dem Motto: Wir haben die größten Maschinen, wir haben die tollste Technik, das ist unsere XY-Maschine … Über das Thema Nachhaltigkeit konnte man tatsächlich einen anderen, einen emotionaleren Einstieg ins Gespräch mit Kunden bekommen. Das passte schon gut zusammen, weil es von Beginn an Kunden gab, die sich dafür interessiert haben, wenn auch nicht alle. Aber: Irgendwann kommt der Punkt, an dem sie sagen: Wir wollen das zwar, aber finanziell können wir uns das nicht leisten.
Das gesamte Interview, als PDF hinterlegt, findet ihr hier.
Ich weiß nicht, ob die Zukunft gut wird. Aber ich habe drei Gedanken dazu. Das eine ist tatsächlich das Generationenthema. Es war schon immer so, dass die Jüngeren kritisch beguckt und schnell verurteilt wurden. Zum Beispiel heute dafür, dass sie angeblich zu faul sind, dass sie zu viel Work-Life-Balance wollen, dass sie nicht fleißig genug sind. Ich denke das überhaupt nicht!
Ich kenne viele tolle junge Menschen, die die Coronazeit in der Schule erlebt haben. Kaum hatten sie Abitur gemacht, gab es in Europa Krieg. Jetzt haben sie damit zu tun, dass KI ihnen potenziell ihre Jobs wegnimmt, und ich finde, die gehen damit gut um, indem sie andere Fragen stellen als die, die wir gestellt haben, und entsprechend andere Prioritäten setzen.
Mich interessiert zum anderen in diesem Zusammenhang die Systemtheorie. Systeme funktionieren nur, wenn sie in Bewegung bleiben. Der Normalzustand ist Bewegung, die Katastrophe wäre Stillstand. Schon deshalb habe ich grundsätzlich Zuversicht.
Ein dritter Punkt ist Verantwortung. Die Philosophin Cynthia Fleury sagt sinngemäß: Nur wenn du Verantwortung übernimmst, kannst du frei sein. Es bringt nichts, nur auf die Zwänge zu schauen, also auf den Chef, das Unternehmen, den Staat oder die Regierung, und daraus Ressentiment entstehen zu lassen. Entscheidend ist, ins Handeln zu kommen und so demütig zu sein, die eigene Last zu tragen und zugleich auszuhalten, dass andere das vielleicht nicht tun.
Mit einem naiven Optimismus kann ich dagegen nichts anfangen, denn er führt dazu, dass man wegschaut und in die Katastrophe läuft. Es geht eher darum, akkurat und realistisch zu denken und genau hinzusehen – aber mit einem positiven Twist.
Das gesamte Interview, als PDF hinterlegt, findet ihr hier.
KI baut heute Software, die aussieht wie ein Bühnenbild. Du guckst es dir aus dem Zuschauerraum an und das sieht alles super aus. Dann hast du da vielleicht eine Treppe mit einer Tür, du machst sie auf, gehst und fällst, weil da nichts ist. Die Fassade ist gut, es läuft alles, die Beleuchtung stimmt, aber letztendlich fehlen Funktionen oder es passieren Fehler.
Trotzdem stellen Leute das live und wundern sich, wenn da Dinge schiefgehen und Daten verlorengehen. Das ist der Zustand, den wir gerade haben. Ich erkläre das auch gerne mit diesem Vergleich: Für Zahlen haben wir Wirtschaftsprüfer. Für Autos den TÜV. Für KI-generierten Code gibt es noch nichts – und daran baue ich.
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Aufstehen, Zähne putzen, Kaffee an, Laptop auf, LinkedIn an – so ungefähr. LinkedIn gehört bei mir ganz selbstverständlich zum Arbeitsalltag. Ich schaue mehrmals am Tag hinein, habe die Plattform meistens am Laptop oder auf dem Handy geöffnet und bekomme dadurch schnell mit, was dort passiert: Wie läuft ein eigener Beitrag? Wurde ich erwähnt oder getaggt? Gibt es Nachrichten, auf die ich reagieren sollte?
Der Arbeitsalltag eines LinkedIn-Profis besteht nicht nur aus Strategie, Content und Beratung, sondern auch aus sehr viel Beobachten, Reagieren, Vernetzen und Dranbleiben. LinkedIn läuft gewissermaßen immer mit. Aber es gibt auch Phasen, in denen ich keine Lust darauf habe. Dann mache ich auch mal weniger oder gar nichts. Das gehört genauso dazu.
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Es gibt leider dieses latente Gefühl: Die Marke will uns ein wenig behumsen. Dabei sprechen wir hier von 99,9 Prozent der Verpackungen, bei denen das nachweisbar nicht der Fall ist. Aber natürlich ist es attraktiv, die anderen 0,1 Prozent in den Vordergrund zu stellen und zu sagen: Guck mal, hier funktioniert es nicht. Oder: Hier stimmt die Füllgröße nicht. Oder: Das ist wahnsinnig umweltschädlich.
Aus der Industrie selbst gibt es dazu immer wieder Wellen. Mal geht es stark um Kosten, dann wird viel gespart und versucht, Verpackungskosten zu drücken. Dann gibt es Wellen, in denen stark differenziert wird: Jetzt müssen wir ganz anders aussehen. Und dann gibt es Nachhaltigkeitswellen. Aber was bei allem bleibt, ist die Skepsis des Konsumenten gegenüber der Verpackung.
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Die entscheidende Frage ist für uns nicht: „Wie wird das Event?“, sondern: „Was soll danach anders sein?“ Natürlich ist Organisation wichtig und sehr aufwändig. Aber am Ende zählt, welche Wirkung ein Event hat und was nachhaltig im Gedächtnis hängen bleibt.
Genau da setzen wir an: Was soll vermittelt werden? Was sollen die Mitarbeitenden oder Gäste fühlen und mitnehmen? Gerade bei Jubiläen geht es häufig um Themen wie Stolz, Zugehörigkeit und Identifikation mit dem Unternehmen. Daraus entwickeln wir dann individuelle Formate, die genau diese Wirkung erzielen sollen.
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Ja, ich denke, dass Unternehmen ein Wesen haben – genauso wie Prozesse und natürlich Menschen. Wenn man das so betrachtet, also als etwas Lebendiges, bekommt man einen ganz anderen Zugang, als wenn man nur technisch oder mechanisch darauf schaut.
Mir kommt dabei sofort der Gedanke an Konflikte: Auch die kann man als etwas Lebendiges verstehen, das sich entwickelt und verändert und das man nicht wirklich kontrollieren oder managen kann. Das ist im Grunde ähnlich wie bei Transformationen. Man weiß oft, wo man hinmöchte, aber der Weg dorthin ist nicht glasklar vorgezeichnet. Es gibt nicht diese drei Schritte, die man einfach abarbeitet. Der Weg entsteht im Gehen, weil neue Informationen, Widerstände, Zufälle, Lernprozesse dazukommen, die von den Beteiligten erstmal verdaut, eingeordnet und in ihr Handeln übersetzt werden müssen.
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Die Branche zwingt einen zur Ehrlichkeit, denn am Ende eines Projekts steht kein Konzept und keine Präsentation, sondern ein Gebäude, das funktioniert oder eben nicht. Menschen wohnen und arbeiten dort und verbringen einen Teil ihres Alltags an diesem Ort. Genau das ist für mich die größte Stärke dieser Branche. Sie ist konkret. Eines Tages steht etwas im Stadtraum und muss sich dort bewähren. Gleichzeitig liegt darin auch ihre Härte.
Wer baut, muss früh Verantwortung übernehmen. Ein Satz eines Bauleiters bringt das für mich auf den Punkt: Beton schafft Fakten. Man muss sich also früh sehr genau fragen und festlegen, was an einen Ort passt. Es reicht nicht aus, nur technische oder wirtschaftliche Fragen zu beantworten. Man muss verstehen, was für die Menschen wichtig ist, die dort später leben oder vorbeigehen. Beim Bauen in einer Stadt wie Berlin geht es zusätzlich nie nur um das eigentliche Bauen. Stadtentwicklung ist politisch, rechtlich und gesellschaftlich aufgeladen. Dazu kommen steigende Baukosten, lange Genehmigungsverfahren, wachsende regulatorische Anforderungen und ein zunehmend polarisiertes wohnungspolitisches Umfeld, das insbesondere in Berlin und Brandenburg den Alltag vieler Unternehmen prägt. Zuständigkeiten sind selten eindeutig, Interessen widersprechen sich, und jede Entscheidung wirkt über das Projekt hinaus. Umso wichtiger ist eine Haltung, die Klarheit schafft, statt sie zu vernebeln.
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Mich treibt weder Status noch dieses „Ich muss jetzt Business machen“. Ich mache Sachen, weil ich Lust drauf habe und weil sie mich reizen. Und weil ich immer wieder in Situationen gerate, in denen etwas passiert und ich denke: Da ist eine Möglichkeit. Dann mache ich das. Scheitern inklusive. Punkt. Nicht als Attitüde, sondern so bin ich einfach.
Was ich aber wirklich hasse, ist dieses romantisierte Gerede übers Scheitern. Das ist das Letzte, was man will. Scheitern ist das absolut Beschissenste. Das ist keine schöne Geschichte. In dieser Start-up-Szene stellen sich Leute hin und tun so, als wäre Scheitern ein Wellnessprogramm oder ein Selbsterkennungs-Trip. Ist es nicht.
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Andreas Riedel | Marc Dannenbaum
+49 15253976948 hello@rawandreel.de
c/o Camerados Nassauische Str. 36 10717 Berlin
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